Fußballkrieg in Nordafrika

Fussball
Fußball ist für viele Menschen nicht nur ein Hobby sondern wesentlich mehr. In der Qualifikationsphase zur WM 2010 kamen die Fans ganz sicher schon auf ihre Kosten und konnten einen Vorgeschmack auf die anstehende WM in Südafrika bekommen.
Vor allem das Spiel, besser gesagt die zwei Spiele zwischen Ägypten und Algerien sorgten in der letzten Woche für spannungsreiche Momente und kuriose Nachrichten. Das erste Qualifikationsspiel zwischen den beiden Mannschaften fand in Ägypten statt und war von Krawallen überschattet.
Die Algerier wurden nicht nur beschimpft, die Fußballspieler wurden zum Teil verletzt und mussten so dann das Spiel antreten. Auch nach Ende des Spiels, dass durch das 2:0 für Ägypten, beide auf den gleichen Punktestand brachte, ging es sehr brutal weiter.
Es kam nicht nur in Ägypten zu Ausschreitungen, die die Polizei eher weniger beachtete, auch in Frankreich und Algerien ließen enttäuschte Fans ihrem Unmut freien Lauf. Das Entscheidungsspiel zwischen beiden Kontrahenten im Sudan lief dagegen wesentlich ruhiger ab.
Das Entscheidungsspiel konnte Algerien für sich entscheiden, sodass Ägypten im nächsten Jahr nicht in den Genuss kommt, an der WM teilzunehmen. Ein regelrechter Krieg zwischen Ägypten und Algerien war nicht nur auf dem Spielfeld spürbar, sondern zeigt sich nun auch in gesellschaftlichen und politischen Bereichen.
Zunächst zog Ägypten seinen Botschafter aus Algerien zurück mit der offiziellen Begründung, sich so gegen die angeblichen Übergriffe algerischer Fans im Sudan zu wehren. Ob die inoffizielle Erklärung der Unmut über das verlorene Spiel sein könnte, kann hier nur spekulativ angedeutet werden.
Auf alle Fälle ist auffällig, dass die Ägypter gegen die Algerier blocken und zwar auch im künstlerisch-musischen Bereich, denn auch die algerische Sängerin Warda durfte nicht in Ägypten bei einer Show auftreten.
Es lebe der Fußball – oder auch nicht, zumindest dann nicht, wenn er solche Ausmaße annimmt, wie dies gerade in Ägypten der Fall ist.
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