Aviv Geffen: Israelischer Superstar in Österreich

Israel / Palästina
Normalerweise sind die Nachrichten aus Nahost und Israel in letzter Zeit eher sehr betrüblich, doch es gibt auch etwas Erfreuliches zu berichten. Nach Daniel Barenboim, der internationale Erfolge feiert, versucht nun Aviv Geffen, der israelische Superstar, in Österreich Fuß zu fassen.
An diesem Wochenende ist der Künstler in Österreich unterwegs, wo er gestern Abend in Graz gespielt hat und heute Abend im Szene-Club Chelsea in Wien zu sehen sein wird. Obwohl er in Israel Stadien füllt, fühlt er sich bei seinen Auftritten in den österreichischen Clubs wohl.
Aviv Geffen hofft mit seiner Musik, auch den europäischen Musikmarkt zu erobern. Er nutzt seine Auftritte in Graz und Wien, um sein neues englisches Album vorzustellen. Aviv Geffen ist im Nahen Osten schon lange ein Star, vielleicht schafft er nun auch hier einen Durchbruch.
Aviv Geffen singt für den Frieden und sorgte durch verschiedene Aktionen, vielleicht aber auch durch sein Aussehen schon für Aufsehen. Er war der erste Bürger in Israel, der den Wehrdienst verweigerte. Lieber gibt er sich seiner Musik hin, mit der er als Sprachrohr der Jugendlichen auf die Themen aufmerksam macht, die die Jugendlichen bewegen.
Der israelische Sänger kämpft mit seinen Songs für ein neues Israel und vor allem für Frieden. In seinen Liedern spricht er an, was die Jugend interessiert, ohne Angst vor den Konsequenzen zu haben. Aviv Geffen lehnt sich vielleicht manchmal ein wenig zu weit aus dem Fenster, aber er macht mit seiner Musik deutlich, was die Jugend will.
Mit seinen Liedern prangert er die Siedlungspolitik an und enttarnt sie als Krebsgeschwür der Nation, er setzt sich aber auch für Homosexuelle und Lesben ein. Der junge Vater tritt betont provozierend auf mit geschminkten Augen und einem androgynen Stil, ermutigt er seine Fans, sich so zu geben und zu kleiden, wie sie es belieben.
Sein Erfolgskonzept geht auf, er ist ein oder besser gesagt der gefeierte Superstar in Israel, er ist das Sprachrohr der Jugend geworden, die sich gegen die Politik des Landes stellt. Aviv Geffen lässt sich dabei durch nichts einschüchtern, und wenn es sein muss, tritt er mit kugelsicherer Weste auf, aber er lässt sich das Wort nicht verbieten.
Schon 1993 löste sein erster Song „Cloudy Now“ über die desillusionierte Jugend, die sich um ihre Ideale betrogen fühlt, viele Diskussionen aus. Seine Songs waren so provokant und unbequem, dass sie aus den Radiostationen verbannt wurden, aber dies tat seiner Karriere keinen Abbruch, im Gegenteil.
1995 sang Afif Geffen vor tausenden Menschen für den Frieden, der damalige Premierminister Itzhak Rabin, der ein wirkliches Interesse am Frieden zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten hatte, wollte nach der Umarmung des jungen aufstrebenden Künstlers eine Rede halten, doch dazu kam es nicht.
Rabin wurde am 04.11.095 nach dem Auftritt von Aviv Geffen erschossen, ein Schock für die Welt und den Sänger und vor allem das Ende ernsthafter Bemühungen von israelischer Seite, sich für den Frieden einzusetzen. Obwohl der Sänger schockiert war, ließ er sich das Wort nicht verbieten und trat eine Woche später wieder auf.
Für die Politiker ist er häufig ein Dorn im Auge, doch für die Jugend ist er der Hoffnungsträger, der sich für ihre Interessen einsetzt.
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