Ägypten zensiert kritischen Roman über Libyens Präsidenten Gaddafi
Dass sich der Ägypter Mubarak und Libyens Alleinherrscher Gaddafi recht gut verstehen, weiß man ja und kann man irgendwie nachvollziehen, doch dass Ägypten ein Regimekritisches Buch über Muammar al-Gaddafi nicht nur zensieren, sondern komplett von der aktuell laufenden Buchmesse in Kairo einziehen und den Verleger des Romans festnehmen, klingt nicht nur skurril, sondern typisch Diktatur, möchte man meinen.
Dabei sollte Ägypten und Herr Mubarak eigentlich bar jeder Diktatur sein, doch wie der letzte Streit zwischen der ägyptischen Regierung und Algerien auf Grund einiger Ausschreitungen bei einem Fußballspiel im Sudan beider Nationalmannschaften und die eigentliche Zensur des Kinderliedes „Baba Feen“ von der libanesischen Star-Sängerin Haifa Wehbe schon zeigten, Ägypten ist mit einer Zensur und Verboten recht schnell.
Natürlich ist das Buch des Autors Idris Ali, in dem er über Libyen unter Präsident Gaddafi berichtet, nicht gerade etwas, dass dem libyschen Präsidenten gefallen dürfte, was man nachvollziehen kann, doch das Ägypten nun in die Bresche springt und seinem Freund und Nachbar Gaddafi durch ein Verbot und eine klare Zensur unterstützt, muss nun wirklich nicht sein.
„Der Führer lässt sich die Haare schneiden“, wie der Roman von Idris Ali heißt, sollte ein Werk sein, dass man sich gerade wegen der nun stattgefundenen Zensur Ägyptens unbedingt zulegen sollte, denn wenn es schon auf Grund des Freundes von Ägypten, al-Gaddafi aus Libyen, sozusagen „vom Markt genommen“ wird, dürften einige Textpassagen in diesem Roman des nubischen Schriftstellers Idris Ali durchaus der Realität nahe kommen.
Eigentlich gibt es dieses Buch von Idris Ali schon seit etwa vier bis fünf Monaten, doch dass Ägypten nun reagiert hat, dürfte daran liegen, dass dem libyschen Präsidenten Gaddafi wohl aufgefallen ist, dass das Buch auf der Kairoer Buchmesse ein „Renner“ ist und natürlich gelistet.
Ägypten ist mit seiner Hauptstadt Kairo, welche des Öfteren die Bestrebungen offenbart, zwischen Müll und sexuellen Belästigungen zu versinken, zwar kein Land, dass zahlreich zensiert, doch natürlich werden auch im Nildelta, d.h. in Ägypten eben, gerne mal Autoren und kritische Künstler unter Beobachtung gestellt, eingesperrt oder anders gezüchtigt bzw. gemaßregelt, wie immer man es auch nennen möchte.
Mein Tipp wäre, sich das Buch „Der Führer lässt sich die Haare schneiden“ im Urlaub in Nahost zuzulegen, falls man die Chance dazu hat, auch wenn ich leider den originalen arabischen Titel nicht liefern kann (später per Kommentar, muss selbst nachprüfen ob man Wort für Wort übersetzen kann..), weiterhin sollte man demnächst nicht nach Ägypten, sondern Syrien reisen, denn entgegen Ägypten hat Syrien kein Problem mit sexuellen Belästigungen von schönen blonden Touristinnen. Zwar ist Damaskus sicherlich auch mit viel Müll belastet, doch schöner als Kairo ist es allemal.
arabischen buchtitel liefere ich nach.