Afghanistan: NATO Treffen zum neuen Umgang mit den Taliban

Die Verteidigungsminister der insgesamt 28 Mitgliedsstaaten der NATO treffen sich heute in der türkischen Hauptstadt Istanbul, um dort über die gemeinsame neue Afghanistan-Strategie zu beraten.

Bei diesem heutigen Treffen der Verteidigungsminister der 28 NATO-Staaten geht es natürlich über die angestrebte neue Strategie, mit der die radikalislamischen Taliban in Afghanistan zurückgedrängt und „bekämpft“ werden sollen, wobei sich noch die Frage stellt, ob es wirklich „gemäßigte Taliban“ gibt.


Der US-Verteidigungsminister Robert Gates möchte bei dem heutigen NATO Treffen in Istanbul die verbündeten Mitgliedsstaaten dazu auffordern, die von den Ländern versprochene Aufstockung ihrer Soldaten bzw. Truppen in Afghanistan so schnell wie möglich durchzuführen.

Natürlich möchte man, dass die angestrebte neue Afghanistan-Strategie so schnell wie möglich Erfolge zeigt, damit man bei diesem schon lange anhaltendem internationalen Afghanistan-Einsatz, den man durchaus als „Krieg“ bezeichnen könnte, endlich auch reale Erfolge vorzeigen kann.

Natürlich ist in Afghanistan schon positives seit dem internationalen Einsatz der NATO Mitgliedsländer und der USA passiert, doch insgesamt dürfte dieser langjährige Einsatz für viele Menschen eine große Enttäuschung darstellen, wobei einige Nahost-Experten u.a. vorab schon voraussagten, dass dieser Einsatz lange dauern werde und womöglich in einem Krieg endet.

Dass es bei dem Afghanistan-Einsatz gegen die Taliban nicht direkt nur um Afghanistan, sondern zudem auch oder immer dringlicher um Pakistan und dessen „Schutz“ vor radikal-islamistischen Organisationen und Verbindungen geht, sollte klar sein.

Das Nahost-Forum, welches einen Verein für den Nahen Osten darstellt und unter anderem aus einigen Außenministern a.D. besteht, hat sich mit dem Afghanistan Einsatz / Krieg natürlich auch beschäftigt und heute eine neue Erklärung veröffentlicht, welche durchaus lesenswert ist.

Ausschnitt des Textbeitrags vom Nahost-Forum e.V.:

Der jetzt erörterte Strategiewechsel einer Afghanisierung des Kriegs gegen die Aufständischen ist zynisch, weil ihn die afghanische Armee ebenso wenig wie die NATO gewinnen kann. Es kann keine starken afghanischen Streitkräfte ohne eine starke afghanische Zentralmacht geben. Deren Schwäche ist unumstritten. Dieser Zustand wird so lange erhalten bleiben, wie eine demokratische Regelung der ethno-politischen Widersprüche in Afghanistan und ihrer Kernfrage – der nach dem Verhältnis zwischen der Zentralmacht und den anderen regionalen und nationalen Zentren – nicht erreicht ist. Gerade diese Kernfrage beließ der VN-Mandatsträger jedoch ungeregelt. Die Installation Karzais von außen hat ihre Lösung noch weiter kompliziert.

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