Killer-Käse: Dungkäfer an Bakterien-Befall Schuld

Meningococcus - Bakterien

Meningococcus - Bakterien

Bei dem Skandal um den durch die Zeitung BILD als „Killer-Käse“ betitelten Käse des österreichischen Herstellers Prolactal, über den die BILD Wochen zu spät erst Aufmerksam darauf wurde, dass sich solch ein Fall gut verkaufe würde, gibt es einige Neuigkeiten.

Nicht nur, dass die Herstellerfirma Prolactal aus Österreich nun Fehler in den Qualitätskontrollen und der Produktion einräumt, sondern wie es scheint, wurden die tödlichen Bakterien durch Dungkäfer übertragen, was den Fall noch ekelhafter macht als er eh schon wäre.


Bisher soll der Konsum bzw. Verzehr des mit dem Bakterium Listerien verseuchten Käse aus Österreich laut Behördenangaben sieben Personen das Leben gekostet haben, wobei der Harzer Käse aus der Steiermark bei zwei deutschen Käufern und fünf österreichischen Konsumenten leider zum Tod führte.

Die Ursache für den Bakterienbefall des Käses durch Listerien soll eine geänderte Bakterienkultur sein, welche der Hersteller Prolactal verwendete, um den Käste damit einzustreichen. Wobei es sich bei diesem Austausch der Bakterienkultur „um ein Versehen handeln soll“, denn durch diese neue Bakterienkultur konnte kein Schutz gegen Listerien gewährleistet werden.

Eigentlich hätte solch ein „Versehen“ der Qualitätskontrolle des österreichischen Käseproduzenten auffallen müssen, doch diese schien die Produkte nicht Stichweise auf einen Listerien-Befall zu überprüfen, wodurch der Harzer Käse aus der Steiermark ohne Bedenken in den Handel kam.

Inzwischen hat man als Überträger der Bakterien( Listerien) Dungkäfer ermittelt, wobei Listerien stäbchenförmige fakultativ anaerobe Bakterien der Sorte (Gattung) Listeria darstellen und nach dem Arzt Joseph Lister, welcher sie als erstes entdeckte, benannt wurden.

Auch wenn die Verbreitung des Bakteriums Listerien ziemlich hoch ist, sind die weltweiten Erkrankungen daran recht niedrig, was man darauf zurückführt, dass der Listerien-Gehalt meist ziemlich niedrig ist, schließlich werden Lebensmittel immer genauer untersucht und bei entsprechenden Hygiene-Maßnahmen sollte es kaum zu einer Kontamination mit Listerien kommen, doch dies scheint bei dem österreichischen Hersteller eben nicht der Fall gewesen zu sein.

Wobei man sicherlich Hygiene an erste Stelle gestellt hat und stellt, denn dieser Befall scheint tatsächlich auf die fälschlicherweise benutzte Bakterienkultur und die Dungkäfer zurückzugehen. Andererseits muss man sich wohl fragen, wie Dungkäfer trotz der Schutzmaßnahmen, wie sie heute in der Presse genannt werden, den Käse während der Produktion erobern konnten.

Insgesamt muss ich gestehen, dass ich diesen Fall bzw. diese Fälle nicht zu 100% verfolgt habe, weil mich der Journalismus der BILD angewidert hatte und ich dieser Sensationslust ausnahmsweise nicht verfallen wollte, auch wenn man damit wohl einige Besucher auf seine Webseite geködert hätte. Weiterhin kann ich die Produktion der österreichischen Firma in den Themen Hygiene und Qualitätskontrolle nicht bedingt perfekt einschätzen, doch nehme ich an, dass man hier sicherlich hätte besser vorgehen können, ansonsten wäre dieser Vorfall wohl kaum zu erklären.





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