Missbrauchsskandal: Papst Benedikt XVI. im Zugzwang

Bibel
Ob Papst Benedikt XVI. sein Schweigen zu den immer skandalöseren Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche bricht, ist für mich fraglich, auch wenn das traditionelle Angelus-Gebet des Papstes heute in Rom eine gute Chance wäre, sich zu den sexuellen Missbräuchen „seiner“ Kirche zu äußern.
Zwar äußert sich der Papst bei dem traditionellen Angelus-Gebet in Rom am Ende seiner Predigt öfters zu aktuellen Themen in der Gesellschaft oder Politik, doch gerade weil sich Papst Benedikt XVI. bisher noch nicht offiziell zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche geäußert hat, bin ich noch nicht überzeugt, dass man heute von Papst Benedikt XVI. viel darüber hören wird.
Es wäre zwar sehr passend und sicherlich von Nöten, wenn das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom sich zu den immer weiter ausbreitenden Missbrauchsfällen in Deutschland äußert, schließlich reicht ein Statement wie „der Papst ist sehr erschüttert“ kaum aus, doch hege ich noch Zweifel, dass man bei dem Angelus-Gebet viel von Papst Benedikt XVI. zu den Missbrauchsfällen hören wird können.
Dabei wird es Zeit, schätze ich, dass auch das Oberhaupt der katholischen Kirche, welcher selbst als Münchner Erzbischof von 1997 bis 1982 tätig war und zustimmte, dass ein vorbelasteter Priester aus Nordrhein-Westfahlen nach München versetzt wird, sich persönlich zu dem Missbrauchsskandal äußert.
Das sich die Kirche größtenteils vor Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) stellt, ist recht normal und nachvollziehbar, zudem kann man wohl davon ausgehen, dass Papst Benedikt XVI. persönlich keine Schuld trifft, aber es besteht durchaus, jedenfalls in meinen Augen, akuter Handlungsbedarf der Kirche, welche sicherlich mehr tun könnte, als der Staatsanwaltschaft und den ermittelnden Personen mehr Befugnisse einzuräumen.